Die Wahl, bei wem Sie Ihre Dokumente, Fotos oder Videos online speichern ist mit dem Erscheinen von 'Google Drive' wieder größer geworden. Damit ist es an der Zeit, die drei bekanntesten Cloud-Anbieter, und einige interessante Alternativen zu vergleichen.
Cloud-Dienste sind nicht aus dem Nichts erschienen, vielmehr sind es weiterentwickelte Versionen von früheren Diensten. 2007 erschien 'Windows Live Folder' in dem damals 500 MB Speicherplatz gratis war, was bei Konsumenten gut ankam. Ein Jahr später wurden Name und Speicherplatz bereits verändert: Windows Live Wave bot 25 GB Speicherplatz gratis. Und 2012 gilt dieses Limit noch immer, der Dienst heißt allerdings Microsoft SkyDrive.
Im September 2008 erschien dann Dropbox, nach einer Idee des Studenten Drew Houston, der immer seinen USB-Stick vergaß und zusammen mit seinem Studienkollegen Arash Ferdowsi die Firma 2007 gründete. Der Online Speicher- und Synchronisationsdienst wurde innherhalb von vier Jahren besonders populär und hat inzwischen mehr als 50 Millionen Nutzer.
Google Docs war der Nachfolger von den Diensten Writely und Google Spreadsheets. Bei Google Docs war bis vor Kurzem 1 GB Speicherplatz für Dokumente, Spreadsheets und Presentationen verfügbar. Google Docs wird jetzt durch Google Drive ersetzt.
Auffallende Unterschiede bei Speicherplatz und Preisen
Jeder Cloud-Speicherdienst hat sein eigenes Limit und seine eigene Art und Weise wie man dieses erhöhen kann. Beginnen wir mit Dropbox: Da beginnt man mit 2 GB, die mit Schritten von 500 MB pro geworbenem Freund (referral) bis zu einer Grenze von 18 GB ausgbaut werden können. Die bezahlten Pro-Konten kosten pro Jahr 99 Dollar (50 GB), bzw. 199 Dollar (100 GB). Bleibt noch die erweiterte Teams-Option, bei der (geschäftliche) Kunden zusammen 1 TB für 795 Dollar erwerben können.
Auffallend sind die viel niedrigeren Preise bei MS SkyDrive und Google Drive. Da kosten 100 GB 4 Dollar (SkyDrive), bzw. 4,99 Dollar (Google Drive). Gratis Konten beginnen bei Google Drive mit 5 GB und bei SkyDrive mit (kürzlich verminderten) 7 GB. Bestehende Benutzer können ihre 25 GB behalten. Bei den größeren Konten bietet Google Drive die meisten Optionen mit einer Höchstgrenze von 16 TB für 800 Dollar im Monat.
Konkurrenten?
Das neue Google Drive scheint sich laut The Next Web vor allem auf den geschäftlichen Markt zu richten. Es bietet viele Möglichkeiten bezüglich bezahltem Speicherplatz, jedoch vorläufig keine iOS-App.
Google Drive ist jetzt nur auf dem eigenen Android verfügbar, Dropbox auch auf iOS und Blackberry. SkyDrive wiederum nur auf iOS. Natürlich gibt es alle drei Dienste für Windows und Mac OSX, Dropbox auch für Linux.
Obwohl dies drei Firmen Konkurrenten zu sein scheinen, unterscheiden sie sich in Speicherplatz und Funktionalität. Google scheint Betrieben, die bereits seine anderen Dienste nutzen, noch Cloud-Speicherplatz dazu zu geben. Darüber hinaus bewehrt Google, dass Drive eine Erweiterung zu Docs ist, mit dem Schwerpunkt auf Online-Zusammenarbeit.
Dropbox richtet sich vor allem auf Konsumenten und berechnet für viel Speicherplatz viel Geld. Skydrive bewegt sich vorläufig in der Mitte.
Sicherheit und Datenschutz
Es ist keine Überraschung, dass beim Start von Google Drive sofort Kritik am Datenschutz aufflammte. Gefürchtet wird, dass alle Firmen die Cloud-Dienste anbieten, Ihr Material dafür verwenden um sich selbst zu verbessern. Manch fragen sich auch, worin der Nutzen liegt um auch diesen Dienst wieder bei einem Riesen wie Google oder Microsoft abzunehmen, obwohl auch Dropbox nicht allzu sicher erscheint. Davon können möglicherweise Dienste wie Ubuntu One oder Box profitieren.
Zahllose Alternativen
Natürlich gibt es auch Alternativen, die für mehr Sicherheit oft auch noch Ihre Daten verschlüsseln. Weiters bestehen auch Initiativen wie zum Beispiel von Adobe um Dateien von den eigenen Programmen in die Cloud zu stellen.
